In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Tschechien. Folgen Sie ihm auf einer Tour auf den Spuren des Bieres vom Böhmischen Paradies über Budweis bis nach Pilsen. Das Bier ist das Beste, was Tschechien zu bieten hat, sagt der Schriftsteller Jaroslav Rudiš, der uns auf dieser Reise begleiten wird, zum Beispiel in der Böhmischen Eisenbahn, mit der man gut verreisen kann. Welche Rolle Bier in der Eisenbahn schon bei der Urlaubsanreise spielen kann, erklärt uns Petr Pospíšil, der bei der zuständigen Gesellschaft das kulinarische Angebot der Speisewagen als Betriebsdirektor verantwortet. Im Böhmischen Paradies angekommen, staunen wir natürlich über die Felsenlandschaft, aber auch über die Sudlandschaft beim Besuch der Brauerei Lomnické Pivo und in der Brauerei Jungberg in Hořice, die der aus Deutschland ausgewanderte Didi Hohberg führt. Späer treffen wir Václav, den fliegenden Braumeister mit seiner Marke Černý Potoka. Zwischen Böhmischem Paradies und dem sagenumwobenen Riesengebirge liegt die schmucke Stadt Jičín. Welche Bedeutung der berühmte Feldherr Albrecht Wenzel Eusebius, genannt Wallenstein, hier hatte, erklärt uns Stadtführerin Věnceslava Burešová. Weiter führt uns der Weg in Richtung Nymburk an Elbe zum Leben des einstigen berühmten tschechischen Schriftstellers Bohumil Hrabal. Die Die Brauerei Postřižiny ist nach einem seiner Romane benannt, erfahren wir von Guide Jan Vinduška und übersetzt von der charmanten Jana Královcová, PR-Managerin von Czech Tourism in Deutschland. Mit Kapitän Tom Hobizal schauen wir uns das für sein Bier berühmte České Budějovice, also Budweis, an. Und im klassischen Stadtrundgang erleben wir mit Lucia Kučerová die westböhmische Stadt Plzeň, also Pilsen. Viel Spaß mit all dem Gerstensaft auf der Radioreise durch Böhmen!
Aus Böhmen kommt nicht nur die Musik, sondern auch das Bier. Wir folgen der Geschichte des Gerstensaftes. Es geht durch wichtige Städte des Bieres und dabei stoßen wir auf einige großen Schriftsteller der tschechischen Literatur. Der Drehbuchautor Jaroslav Rudiš schreibt in deutscher und tschechischer Sprache. Er baut Brücken zwischen beiden Ländern. Dafür wurden ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und die tschechische Verdienstmedaille verliehen.
Jaroslav schreibt Gebrauchsanweisung für Zugreisen und Bier. Und diese Hingabe werden wir an vielen Orten in dieser Radioreise erleben. Im ersten Radioreise-Gespräch der Sendung spricht er über seine Liebe zur tschechischen Eisenbahn.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wurde Rudiš durch die Comicfigur Alois Nebel, die er gemeinsam mit dem tschechischen Rocksänger und Zeichner Jaromír Švejdík entworfen hatten, sehr populär. Und so sieht man den Bier-Liebhaber bei einer literarischen Bier-Andacht.
Der Zug aus Kopenhagen über Berlin und Dresden nach Prag endet in den großen Hallen des Prager Hauptbahnhofes. Ein unheimliches Getümmel an Menschen schlängelt sich durch die Unterführungen in den neueren Teil des alt-ehrwürdigen Bahnhofs. Wer hier ankommt schaut meist nur gerade aus, dabei lohnt sich der Blick nach oben.
Der Lichthof im Tunnel wird oft übersehen, gibt aber den Blick frei auf das alte Bahnhofsgebäude und dessen Kuppel.
Nur eine Rolltreppe höher steht man in der ruhigen Empfangshalle aus dem frühen 20. Jahrhundert. Links befinden sich die prächtigen Hallen für Staatsempfänge, rechts öffnen sich drei riesige Hallen mit einem Café und zwei für verschiedenste Veranstaltungen. Beeindruckend sind die hohen Decken, die verzierten Wände und die vielen Stuckelemente.
Petr Pospíšil verantwortet bei der zuständigen Gesellschaft die Speisewagen als Betriebsdirektor. Im Radioreise-Interview spricht er über jährliche Bier-Kreationen für die Bahn.
Von Prag aus führt uns die Reise ins Böhmische Paradies. Es liegt so etwa in der Mitte zwischen Prag und dem Riesengebirge.
Die Landschaft ist saftig grün und hügelig. Kiefernwälder und ausschweifende Sandsteinfelsformationen prägen das Bild.
Burgen, Schlösser und eine fast unzählige Anzahl von Aussichtspunkten locken Wanderer und Fahrradfahrer.
Wir schlängeln uns die engen Straßen hoch zum Schloss Hrubá Skála. Es liegt inmitten der gleichnamigen Felsenlandschaft. Enge Pfade verlaufen zwischen den steilen Sandsteintürmen – ein riesiges Labyrinth mit gut ausgeschilderten Wegen.
Zur Stärkung kehren wir bei Freunden von Jaroslav in der Brauerei „Lomnické Pivo“ ein. Denn das Böhmische Paradies ist die Heimat des Schriftstellers. In dieser urigen Stube treffen wir Václav, den fliegenden Braumeister, mit seiner Marke „Černý Potoka“.
Das heutige Tschechien teilt sich in drei historische Regionen: Böhmen mit dem Zentrum Prag, Mähren mit dem Zentrum in Brno und dem tschechischen Teil Schlesiens. Auch wenn es die Verwaltungseinheiten so nicht mehr gibt, prägen die Regionen das Land kulturell und landschaftlich. Im Norden Böhmens, bereits in Sichtweite des Riesengebirges, liegt die Stadt Jičín.
Das gesamte Stadtbild wurde durch den berühmten Albrecht von Wallenstein geprägt. Wallenstein war ein Feldherr im Dreißigjährigen Krieg und bekannt für sein Organisationstalent und wirtschaftliches Gespür. Sein Leben wurde und wird viel in der Literatur aufgegriffen und so trägt sein Name auch zum Ruf der Stadt Jičín bei.
Věnceslava Burešová nimmt uns hier mit auf eine Tour durch die Stadt.
In seiner Lebzeit blühte diese Stadt Jičín und so baute Wallenstein im grünen Umland ein Lustschloss mit der Wallenstein-Loggia.
Dieses Lustschloss ist über eine zwei Kilometer lange Lindenallee an die Stadt angebunden – aber ganz abschließen konnte man dieses grandiose Projekt zu Wallensteins Zeiten nicht.
Heute werden hier Festivals und Konzerte ausgetragen. Es gibt Theater, Lesungen und vieles mehr.
Etwa 30 Kilometer nordöstlich von Prag liegt das kleine Kersko. In diesem Ort verteilen sich kleine Datschen im Wald über eine weite Fläche. Weitere zwölf Kilometer östlich liegt an der Elbe die Stadt Nymburk. Diese beiden Orte verbindet der tschechische Schriftsteller Bohumil Hrabal. Er starb 1997 in Prag. Viele seiner Geschichten spielen in seiner Heimat hier an der Elbe in Böhmen. Die Brauerei Postřižiny ist nach einem seiner Romane benannt.
Darin arbeitet eine besondere Malztenne, da nicht mehr viele Brauereien weltweit ihr eigenes Malz herstellen.
In Kersko liegt Bohumil Hrabals einstige Datschia.





























