Mit einem ausverkauften Eröffnungskonzert ist der Erftkreiszyklus 2026 eindrucksvoll in die neue Saison gestartet. Im historischen Ambiente des Ritterguts Orr in Pulheim erlebte das Publikum einen Kammermusikabend von internationalem Format – und zugleich mit starkem regionalem Bezug.

Zu Gast war das renommierte Schumann Quartett, dessen Mitglieder heute auf den großen Konzertpodien von Tokio, London, New York, Amsterdam und München auftreten. Für Pulheim und den Rhein-Erft-Kreis hatte dieser Abend eine besondere Bedeutung: Die Musiker sind in der Region aufgewachsen, teils direkt in Pulheim. Damit kehrten sie für dieses Konzert gewissermaßen an einen Ort ihrer musikalischen und persönlichen Wurzeln zurück.

Das Ensemble spielte in der aktuellen Besetzung mit Erik Schumann und Ken Schumann an den Violinen, Mark Schumann am Violoncello sowie dem neu zum Quartett gestoßenen Bratschisten Matthew McDowell. Das Programm spannte einen weiten Bogen von der Wiener Klassik über eine Komponistin des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts bis zur böhmisch-amerikanischen Klangwelt Antonín Dvořáks. Aufgeführt wurden Mozarts Streichquartett D-Dur KV 499 „Hoffmeister“, Amy Beachs Streichquartett in einem Satz op. 89 sowie Dvořáks Streichquartett F-Dur op. 96 „Amerikanisches“.

Gerade die Unterschiedlichkeit dieser Werke machte den Reiz des Abends aus. Mozarts „Hoffmeister“-Quartett verlangte klassische Klarheit, Eleganz und feine Balance zwischen den Stimmen. Amy Beachs einsätziges Quartett setzte dazu einen konzentrierten, expressiven Kontrast mit dichter Klangsprache und spannungsreichen Linien. Nach der Pause entfaltete Dvořáks „Amerikanisches“ Quartett seine melodische Weite, rhythmische Energie und unmittelbare Klangwirkung.

Besonders eindrucksvoll war das intensive Aufeinanderhören der vier Musiker. Die klangliche Geschlossenheit des Ensembles und die Fähigkeit, aus vier individuellen Stimmen eine lebendige musikalische Einheit entstehen zu lassen, prägten den Abend. Diese Qualität war im Saal deutlich spürbar und wurde auch von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern hervorgehoben. Viele zeigten sich nach dem Konzert begeistert von der musikalischen Intensität, der Spielfreude und der besonderen Atmosphäre dieses Saisonauftakts.

Der erfolgreiche Beginn der neuen Spielzeit war zugleich das Ergebnis einer breiten Unterstützung aus der Region. Der Erftkreiszyklus dankte dem Rhein-Erft-Kreis, der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, dem ehrenamtlichen Team, großzügigen Spenderinnen und Spendern, den Mitgliedern des Trägervereins sowie den Gastgebern der Spielstätten.

Unter den Gästen befand sich auch Landrat Frank Rock, dessen Anwesenheit die Bedeutung der regionalen Kulturarbeit unterstrich. Hervorgehoben wurde zudem die organisatorische Unterstützung vor Ort durch Raimund Hegewald, die zum reibungslosen Gelingen des Konzertabends beitrug.

Nach diesem starken Auftakt blickt der Erftkreiszyklus mit großer Vorfreude auf die weitere Saison. Für einzelne Konzerte sind nach Angaben des Veranstalters noch wenige Karten erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter www.erftkreiszyklus.de.