Obwohl die Zahlen leicht rückläufig sind, leben derzeit noch immer mehr als 1.500 Geflüchtete in Pulheim. Davon sind 925 Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht (Stand: 26. Juni 2026). Die Höchstzahl lag im Dezember 2024 bei 1.050 Personen in städtischen Unterkünften. Als Notunterkunft ist weiterhin das alte Hallenbad im Zentralort mit 61 geflüchteten Menschen belegt. Angesichts der globalen politischen Lage rechnet die Stadtverwaltung nicht mit einer deutlichen Entspannung.

Zudem sind einige Interimsgebäude im Zentralort am Ende der maximal möglichen Nutzbarkeit. Sie sollen durch feste und dauerhafte Unterkünfte ersetzt werden. Solche Bauprojekte zur Errichtung fester Unterkünfte nehmen eine Planungs- und Bauzeit von bis zu fünf Jahren in Anspruch.

Deshalb soll nun die vierte Wohnanlage auf der Fläche an der Bernhardstraße in Brauweiler beauftragt werden. Eine entsprechende Vorlage hat die Verwaltung für die Ratssitzung am 14. Juli 2026 vorgelegt. Der neue Container umfasst bis zu 100 Plätze, die nach Bedarf belegt werden. Die gesamte Unterkunft wird weiterhin nur als temporärer Standort dienen: Auf der Fläche soll während des Neubaus der Richezaschule die Schule untergebracht werden. Schon im Jahr 2017 hatte der Rat der Stadt Pulheim beschlossen, dass das Grundstück „Sportplatz Bernhardstraße“ mit dem Ziel vermarktet werden soll, dass dort öffentlich geförderter Wohnungsbau entsteht. Dies soll im Anschluss an die Nutzung als Interimsstandort der Richezaschule erfolgen.

In der damaligen Sondersitzung zur Schaffung weiterer Unterkünfte am 7. Mai 2024 hatte der Rat zum Standort Brauweiler beschlossen, dass der zunächst vorgesehene vierte Containerbau vorerst nicht gebaut werden soll. Der vierte Containerbau sollte nur dann auf dem Tennenplatz errichtet werden, wenn es keine geeignete Alternative gebe. Dazu ist ein Gremienbeschluss notwendig.